Perlenzucht

 

Fast alle Perlen, die heutzutage für die Schmuckherstellung verwendet werden,

werden gezüchtet.

 

Anlass für die Bildung einer Zuchtperle ist ein eingebrachtes Transplantat, das aus

äußerem Mantelgewebe besteht, demjenigen Organ, welches die Muschelschale bildet.

Die Empfängermuschel bildet die Zuchtperle in einem Zeitraum von wenigen Monaten

bis zu mehreren Jahren.

 

Dabei ist entscheidend, ob ein Kugelkern mit dem Transplantat eingesetzt wird oder nicht.

Daher spricht man von kernlosen Zuchtperlen und von Zuchtperlen mit Kern.

Vor diesem Hintergrund haben sich zwei „Normalfälle“ herausgebildet:

 

- Kernlose Zuchtperlen werden meistens in Süßwassermuscheln erzeugt, sie wachsen im

Mantel der Empfängermuschel heran.

Das resultierende Produkt ist die chinesische Süßwasser-Zuchtperle.

 

- Zuchtperlen mit Kern werden meistens in Salzwasseraustern erzeugt, sie wachsen in der Gonade der Empfängermuschel. Bekannte Produkte dieser Art sind die japanischen

Akoya-, die weißen oder goldfarbenen Südsee- oder die dunklen Tahiti-Zuchtperlen.

 

Da im Mantel bis zu über 40 Zuchtperlen (auf jeder Schalenhälfte um 20 Stück) in einer Periode erzeugt werden können, in der Gonade aber nur eine pro Zyklus, sind die marinen Zuchtperlen mit Kern im Allgemeinen viel teurer als kernlose Süßwasser-Zuchtperlen.

 

Der Japaner Kokichi Mikimoto schaffte es, in den frühen 1920er Jahren die ersten

vollrunden Zuchtperlen auf den Markt zu bringen. Zehn Jahre zuvor, 1913, hatte der

deutsche Zoologe Friedrich Alverdes nachgewiesen, dass Perlen durch die Verlagerung

von Epithelzellen in das Bindegewebe des Mantels der Muschel entstehen.

 

Allerdings wurden bereits im 5. Jahrhundert n. Chr. in China „Buddha-Perlen“ in Süßwassermuscheln (wie z. B. Hyriopsis cumingi) gezüchtet. Dabei handelte es sich

um in die Muscheln eingefügte kleine Buddha-Figuren aus Elfenbein, Gips oder Blei,

die mit der Zeit durch Perlmutt beschichtet wurden.

 

Die Muscheln müssen in offenen Gewässern auf Muschelbänken etwa zwei Jahre lang in

ihrem „Perlsack“ das Fremdkörper-Implantat Schicht um Schicht ummanteln, wobei nicht

jede Muschel die Operation oder aber das angenommene Fremdkörper-Implantat für die

Dauer von mindestens zwei Jahren überlebt. Nur in etwa 30 % der mit einem Implantat versehenen Muscheln entwickelt sich eine Perle. Nur 10 % dieser Perlen sind kommerziell brauchbar. Lediglich 3 % dieser Ernte sind perfekt rund. Nur 0,5 % hiervon erreichen die

höchste Qualitätsstufe in Farbe, Form, Oberflächenbeschaffenheit und Lüster.

 

Diese Zahlen variieren je nach Muschelart, Ort und Bedingungen der Zucht. Neben einer Zuchtperle können sich während ihrer Wachstumsphase in der Muschel auch eine Reihe

sehr kleiner Perlen, die Saatperlen, ohne weiteres menschliche Zutun, bilden. Muscheln

können mehrmals in ihrem Leben ein Fremdkörper-Implantat ummanteln.

 

Nur einige wenige von weltweit 10.000 Muschelarten können Schmuckperlen hervorbringen.

Bei der Zucht im Meerwasser kommen Muscheln der Gattung Pinctada, den Perlmuscheln (fälschlich oft auch Perlaustern bezeichnet), zum Einsatz;

Süßwasser-Zuchtperlen werden in Muscheln der Gattung Hyriopsis gezüchtet.

 

Nicht handelbare Perlen werden bereits in den Perlfarmen aussortiert und geschreddert.

Das Pulver wird von der Kosmetikindustrie weiterverarbeitet.

 

Kontakt

Schmuckothek by Caro
Im Rebengrund 14
2344 Maria Enzersdorf


Telefon: +43 6645142917
Email: schmuckothek.caro@gmail.com

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