Geschichte der Edelmetalle

 

Geschichte Silberschmuck

 

Silber wird von Menschen etwa seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. verarbeitet.

Es wurde zum Beispiel von den Assyrern, den Goten, den Griechen, den Römern,

den Ägyptern und den Germanen benutzt. Zeitweise galt es als wertvoller als Gold.

Das Silber stammte meistens aus den Minen in Laurion, die etwa 50 Kilometer südlich

von Athen lagen. Bei den alten Ägyptern war Silber als Mondmetall bekannt.

Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit wurden in Zentraleuropa Silbererzvorkommen

im Harz, in Waldeck-Frankenberg, am Donnersberg, im Thüringer Wald, in Sachsen, im Südschwarzwald, Böhmen und der Slowakei entdeckt.

Ergiebige Silbervorkommen sind darüber hinaus aus Kongsberg (Norwegen) bekannt.

 

Schwaz in Tirol

 

Größter Silberproduzent im Mittelalter war Schwaz. Bis zu 80 % des damaligen Silbers

kam aus den Stollen der Schwazer Knappen. War das Ortsbild anfänglich bäuerlichen

Charakters, stieß es nach der Entdeckung der Silber- und Kupfervorkommen bald in

großstädtische Dimensionen vor.

 

Bereits in der Bronzezeit war in den Bergen zwischen Schwaz und Kitzbühel Kupfer

abgebaut worden, das in Verbindung mit Zinn zur Herstellung von Bronze benötigt wurde.

Zur Blütezeit des Bergbaus im 15. und 16. Jahrhundert war Schwaz als die größte

Bergbaumetropole Europas   mit 20.000 Einwohnern (heute etwa 13.000) nach Wien

die zweitgrößte Ortschaft im Habsburgerreich.

 

Der Silberabbau im Schwazer Silberbergwerk begann einer unbestätigten Sage nach

im Jahre 1409, als die Magd Gertraud Kandlerin beim Weiden eines Stieres auf dem

Kogelmoos (Bereich oberhalb der Stadt) einen silbererzhaltigen Stein entdeckt haben soll.

Um 1420 wurden erstmals reichhaltige Erzgruben am Falkenstein aufgetan, und die

Zuwanderung von bergmännischem Fachpersonal aus Böhmen und Sachsen begann.

Innerhalb weniger Jahre wurde die Schwazer Metallproduktion ein europäischer Wirtschaftsfaktor,

und der Falkenstein wurde zur Silber- und Geldquelle der Habsburger.

Die Augsburger Handelsfamilien Fugger und Paumgartner waren über den Zeitraum des

Silberbergbaus präsent und legten durch den Silberabbau den Grundstein ihres Reichtums.

Jakob Fugger galt und gilt heute noch als „Der reichste Mann der Welt“.

 

 

 

Geschichte Gold

 

Gold zählt zu den ersten Metallen, die von Menschen verarbeitet wurden.

Die Goldgewinnung ist seit der frühen Kupferzeit nachgewiesen. Die leichte

Legierbarkeit mit vielen Metallen, die moderate Schmelztemperatur und die

günstigen Eigenschaften der Legierungen machten Gold als Werkstoff sehr attraktiv.

 

Die ältesten bislang bekannten Goldartefakte der Menschheit sind insgesamt etwa

3.000 goldene Objekte aus dem Gräberfeld von Warna, die als Grabbeigaben niedergelegt

wurden und zwischen 4600 und 4300 v. Chr. datiert werden. Mehr als 7.000 Goldobjekte

sind aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. aus Gräbern der osteuropäischen Maikop-Kultur bekannt.

 

Der früheste Nachweis in Mitteleuropa liegt mit den beiden Goldscheiben im Depotfund von

Stollhof (Niederösterreich) vor und stammt ebenfalls aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. Seit dieser

Zeit wurde Gold vereinzelt in Form von Schmuckgegenständen aus Südosteuropa importiert.

 

In Mittel- und Nordeuropa treten goldene Gegenstände vermehrt erst im dritten Jahrtausend

v. Chr. als Grabbeigaben auf. Beispiele sind die Ohrringe und die Haarspange beim Bogenschützen

von Amesbury oder die 2013 gefundenen Goldringe eines Glockenbecher-Grabes aus Wustermark,

Landkreis Havelland.

 

Berühmte Beispiele aus der nachfolgenden Bronzezeit sind die Goldauflagen der

Himmelsscheibe von Nebra(Frühbronzezeit) und die vier spätbronzezeitlichen Goldhüte.

 

Die Ägypter beuteten Vorkommen in Oberägypten und Nubien aus. So ist auf dem Turiner Papyrus

u. a. auch die Lage einer Goldmine verzeichnet. Die Römer nutzten Fundstätten in Kleinasien,

Spanien (Las Médulas), Rumänien und Germanien.

 

In der Tora wird vom Goldenen Kalb erzählt, das sich die Israeliten als Götzenbild herstellten, während Moses die Zehn Gebote empfing, und vom Goldland Ophir. Das Neue Testament erwähnt

Gold (neben Weihrauch und Myrrhe) als eines der Huldigungsgeschenke der Weisen aus dem

Morgenland für den neugeborenen Jesus (Matthäus 2,11 EU).

 

Auch in Südamerika und Mesoamerika wurde schon sehr früh Gold verarbeitet. So beherrschten

beispielsweise die Mochica in Peru bereits Anfang des ersten Jahrtausends die Legierungsbildung

(Tumbago) sowie die Vergoldung und stellten Gegenstände für rituelle Zwecke aus mehreren

Kilogramm Gold her.

 

Die Goldgewinnung und -reinigung erfolgte durch Goldwäscherei, Amalgamation und Kupellation

bzw. deren Kombination.Die Gier nach Gold wurde mit der Vormachtstellung der europäischen

Seemächte Spanien, Portugal, England und Italien zu einem maßgeblichen Grund für Kriege und

Eroberungszüge der Neuzeit. Besonders der Goldreichtum der indigenen Völker in Mittel- und

Südamerika lockte nach der Entdeckung Amerikas im Jahre 1492 europäische und insbesondere

spanische Eroberer (Conquistadores) an, die Gold in Galeonen nach Europa brachten. Spanien

wurde so eine Zeit lang zur reichsten Nation Europas; die indigenen Kulturen wurden durch die

Eroberer bzw. durch eingeschleppte Krankheiten zerstört.

 

Immer wieder lockten Goldfunde große Scharen von Abenteurern an. Im 19. Jahrhundert kam

es auf verschiedenen Kontinenten zu Goldrausch genannten Massenbewegungen von Goldsuchern

in die Gebiete großer Goldvorkommen. Beispiele hierfür sind der kalifornische Goldrausch im

Jahre 1849 und der Goldrausch des Jahres 1897 am Klondike River in Alaska.

Auch in Australien und Südafrika kam es zum Goldrausch.

 

Gold ist ein korrosionsbeständiges und sehr weiches Edelmetall.

Es ist somit bestens für die Herstellung von Schmuck geeignet.

Für die Schmuckfabrikation wird Gelb-, Rot-, Weiß-, Rosa- und Feingold verwendet.

Die angewandten Legierungen sind Kupfer, Silber, Platin und Palladium.

Deren Anteil entscheidet über die Härte und Farbgebung des Schmuckstücks.

 

Der Vergoldungsgrad wird in Karat angegeben:

 

 

 

Karat

Handelsbezeichnung

Legierung

24k

999 Feingold

21k

825er Gold

18k

750er Gold

14k

585er Gold

9k

375er Gold

8k

333er Gold

 

 

Plattierter Schmuck

 

Diese Schmuckstücke bestehen aus einem Grundmaterial, auf welches Silber oder Gold

dünn aufplattiert bzw. welches vergoldet wird.

 

Bei Ihrer Schmuckothek.com wird als Grundmaterial ausschließlich 925er Sterling Silber verwendet.

 

Durch dieses Verfahren kann der Schmuck günstiger und vielfältiger hergestellt werden.

Das Vergolden des 925er Sterling Silbers wird sowohl in Gelbgold, Rotgold, Weißgold als

auch in Roségold realisierbar.

Da Gold ein weiches Material ist, wird dieses zu stabilisierenden Legierungen mit unterschiedlichen

Anteilen anderer Materialen vermengt.

 

Der Vergoldungsgrad wird in Karat angegeben:

 

Karat

Handelsbezeichnung

Legierung

24k

999 Feingold

21k

825er Gold

18k

750er Gold

14k

585er Gold

9k

375er Gold

8k

333er Gold

 

 

Geschichte Perlenschmuck

 

In einem Grab in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben Archäologen 2012 eine Perle entdeckt,

deren Entstehungszeit sie auf zwischen 5547 und 5235 v. Chr. datieren konnten.

Der Fund zeigt, dass die Bevölkerung der Arabischen Halbinsel bereits im Frühneolithikum

nach Muscheln tauchte und die Schönheit des Perlenschmucks zu schätzen wusste.

 

Erste Erwähnungen von Perlen stammen aus dem chinesischen Geschichtsbuch von

Shu King aus dem Jahr 2206 v. Chr. („… erhielt König Yu Perlen als Tribut vom Fluss Hwai …“).

Im gesamten Altertum waren Perlen hochgeschätzt.

 

Die Römer übernahmen den griechischen Namen „margarita“ für Perlen auch als Bezeichnung

für die Geliebte, ein Begriff, der sich bis heute im Namen Margarete erhalten hat. Eine ganze Reihe von Muscheln erhielt später den Namenszusatz „margaritifera“ (perlenbildend).

Im alten Rom galt der Perlenschmuck als wertvollster Edelstein und fungierte zunehmend als Zeichen

der Macht und des Reichtums. Die Perle war das wertvollste Gut, das man mit Geld kaufen konnte.

Julius Cäsar setzte ein Gesetz durch, nachdem in den niederen Städten das Tragen von Perlenschmuck untersagt wurde.

 

In vielen Kulturen hatte und hat die Perle einen tiefen Symbolcharakter. So sind Perlen in China

z. B. das Symbol für Reichtum, Weisheit und Würde; in Japan bedeuten sie Glück, in Indien

Kinderreichtum. In den arabischen Kulturen werden Frauen oder bestimmte Körperpartien

wie z. B. Zähne oft mit Perlen verglichen.

 

Im Mittelalter erhielt sie zudem einen sakralen Charakter. Perlen galten als Zeichen der Liebe zu Gott.

So finden sie auch im Neuen Testament der Bibel Erwähnung: „Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen,

je eines der Tore war aus einer Perle, und die Straße der Stadt reines Gold, wie durchsichtiges Glas“ (Offenbarung des Johannes). Sie waren nicht zuletzt durch die Erwähnung in der heiligen Schrift unverzichtbarer Teil der Machtdemonstration christlicher Herrscher.

 

Unter arabischem Einfluss begann ab dem 8. Jahrhundert die Verwendung als Heilmittel.

In Europa wurden Flussperlen zur Herstellung von Perlmilch verarbeitet, und das „aqua perlata“

des Mittelalters bestand aus Perlenpulver, Essig oder Zitronensaft, Zucker und Kräutern.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nahmen Perlen einen festen Platz in den Lehrbüchern

der Pharmazie ein.

 

Königin Elisabeth I. von England wurde wegen ihrer Leidenschaft zu Perlen als „Perlenkönigin“ bezeichnet.

 

Somit ist Perlenschmuck seit tausenden von Jahren eines der beliebtesten und am meisten verbreiteten Schmuckstücke!

 

 

Wissen Perlenschmuck

 

Perlen bilden sich in der Natur sowohl im Salz- als auch im Süßwasser unter nicht genau geklärten

Umständen. Bekannt ist, dass dies ein zufälliger und obendrein ein sehr seltener Prozess ist.

 

Die frühere Vermutung, ein in die Muschel eingedrungenes Sandkorn sei der Auslöser zur Bildung

einer Perle, wird heute von der Wissenschaft mehrheitlich verworfen. Man geht davon aus, dass

ein Sandkorn einem dem Leben am Boden angepassten Tier wie der Muschel keinerlei

Schwierigkeiten bereitet.

 

Heute gehen Wissenschaftler davon aus, dass für die Perlenbildung Epithelzellen der Muschel

verantwortlich sind, die durch Einbohrung von Parasiten oder durch andere Verletzungen in

das tiefere Mantelgewebe der Muschel verschleppt werden.

Dort bilden sie eine Zyste. Calciumcarbonat, das Baumaterial der Schale, wird dort

abgeschieden und lagert sich Schicht um Schicht ab, wodurch schließlich eine Perle entsteht.

 

 

Gewinnung von Perlen per U-Boot

 

Die 1865 von dem Deutsch-Amerikaner Julius Kröhl gebaute Sub Marine Explorer gilt als erstes

funktionsfähiges U-Boot der Welt. Geldgeber für das Projekt war William Henry Tiffany, Bruder

des Gründers von Tiffany & Co. und einer der Hauptgesellschafter der Pacific Pearl Company.

Das Boot besaß auf seiner Unterseite Luken, durch die Insassen Perlmuscheln vom Meeresboden

aufsammeln konnten. Die gesamte Besatzung starb jedoch kurze Zeit später, vermutlich an der

damals noch unbekannten Taucherkrankheit.

Das erst 2001 identifizierte Wrack liegt noch heute am Strand einer Insel vor Panama.

 

Perlenzucht

 

Fast alle Perlen, die heutzutage für die Schmuckherstellung verwendet werden,

werden gezüchtet.

 

Anlass für die Bildung einer Zuchtperle ist ein eingebrachtes Transplantat, das aus

äußerem Mantelgewebe besteht, demjenigen Organ, welches die Muschelschale bildet.

Die Empfängermuschel bildet die Zuchtperle in einem Zeitraum von wenigen Monaten

bis zu mehreren Jahren.

 

Dabei ist entscheidend, ob ein Kugelkern mit dem Transplantat eingesetzt wird oder nicht.

Daher spricht man von kernlosen Zuchtperlen und von Zuchtperlen mit Kern.

Vor diesem Hintergrund haben sich zwei „Normalfälle“ herausgebildet:

 

- Kernlose Zuchtperlen werden meistens in Süßwassermuscheln erzeugt, sie wachsen im

Mantel der Empfängermuschel heran.

Das resultierende Produkt ist die chinesische Süßwasser-Zuchtperle.

 

- Zuchtperlen mit Kern werden meistens in Salzwasseraustern erzeugt, sie wachsen in der Gonade der Empfängermuschel. Bekannte Produkte dieser Art sind die japanischen

Akoya-, die weißen oder goldfarbenen Südsee- oder die dunklen Tahiti-Zuchtperlen.

 

Da im Mantel bis zu über 40 Zuchtperlen (auf jeder Schalenhälfte um 20 Stück) in einer Periode erzeugt

werden können, in der Gonade aber nur eine pro Zyklus, sind die marinen Zuchtperlen mit Kern im

Allgemeinen viel teurer als kernlose Süßwasser-Zuchtperlen.

 

Der Japaner Kokichi Mikimoto schaffte es, in den frühen 1920er Jahren die ersten

vollrunden Zuchtperlen auf den Markt zu bringen. Zehn Jahre zuvor, 1913, hatte der

deutsche Zoologe Friedrich Alverdes nachgewiesen, dass Perlen durch die Verlagerung

von Epithelzellen in das Bindegewebe des Mantels der Muschel entstehen.

 

Allerdings wurden bereits im 5. Jahrhundert n. Chr. in China „Buddha-Perlen“ in Süßwassermuscheln

(wie z. B. Hyriopsis cumingi) gezüchtet. Dabei handelte es sich um in die Muscheln eingefügte kleine

Buddha-Figuren aus Elfenbein, Gips oder Blei, die mit der Zeit durch Perlmutt beschichtet wurden.

 

Die Muscheln müssen in offenen Gewässern auf Muschelbänken etwa zwei Jahre lang in

ihrem „Perlsack“ das Fremdkörper-Implantat Schicht um Schicht ummanteln, wobei nicht

jede Muschel die Operation oder aber das angenommene Fremdkörper-Implantat für die

Dauer von mindestens zwei Jahren überlebt. Nur in etwa 30 % der mit einem Implantat

versehenen Muscheln entwickelt sich eine Perle. Nur 10 % dieser Perlen sind kommerziell

brauchbar. Lediglich 3 % dieser Ernte sind perfekt rund. Nur 0,5 % hiervon erreichen die

höchste Qualitätsstufe in Farbe, Form, Oberflächenbeschaffenheit und Lüster.

 

Diese Zahlen variieren je nach Muschelart, Ort und Bedingungen der Zucht. Neben einer

Zuchtperle können sich während ihrer Wachstumsphase in der Muschel auch eine Reihe

sehr kleiner Perlen, die Saatperlen, ohne weiteres menschliche Zutun, bilden. Muscheln

können mehrmals in ihrem Leben ein Fremdkörper-Implantat ummanteln.

 

Nur einige wenige von weltweit 10.000 Muschelarten können Schmuckperlen hervorbringen.

Bei der Zucht im Meerwasser kommen Muscheln der Gattung Pinctada, den Perlmuscheln

(fälschlich oft auch Perlaustern bezeichnet), zum Einsatz;

Süßwasser-Zuchtperlen werden in Muscheln der Gattung Hyriopsis gezüchtet.

 

Nicht handelbare Perlen werden bereits in den Perlfarmen aussortiert und geschreddert.

Das Pulver wird von der Kosmetikindustrie weiterverarbeitet.

 

Süßwasserperlen unterscheiden sich von anderen Zuchtperlen dadurch, dass sie nicht mit

einem Nukleus versehen werden. Stattdessen wird nur ein kleiner Schnitt im Gewebe

vorgenommen, in den ein Gewebeteilchen einer anderen Muschel eingesetzt wird.

 

Die Muscheln, u. a. Hyriopsis schlegelii (Martens, 1861), werden dann zurück in ihren Lebensraum

im Süßwasser gesetzt und zwischen zwei und sechs Jahre gehegt. Die Perlen bestehen aus solidem

Perlmutt, das sie sehr leuchtend und farbenfroh macht, sind aber nur selten rund (meistens barockförmig),

da kein Nukleus eingepflanzt wurde, der die Form beeinflussen konnte. Die Muscheln sind auch viel

leichter anzubauen. Ihre Sterberate ist deutlich niedriger als die der mit Nukleus bestückten.

Außerdem werden Süßwassermuscheln viel seltener Opfer von Naturkatastrophen wie Taifunen

und Flutwellen, die Meerwasser-Perlenfarmen plagen.

 

Die meisten Süßwasserperlen kommen heutzutage aus China, nachdem Anfang der 1960er Jahre die

ersten kernlosen Süßwasserzuchtperlen in den Handel kamen. Heute ist es möglich, annähernd runde

Perlen von bis zu 12 mm Größe mit feinem Lüster zu züchten. Dazu werden geerntete Perlen mit neuem Epithelmaterial ein zweites oder auch drittes Mal in eine Perlmuschel wie Hyriopsis cumingii

(Lea, 1852) eingepflanzt.

 

In neuerer Zeit werden chinesische Süßwasserperlen auch mit Nukleus gezüchtet, die dann Perlen

mit einem Durchmesser von bis zu 14 mm hervorbringen und der japanischen Salzwasserzuchtperle

sehr ähnlich sind.

 

 

Muschelperlen

 

Muschelperlen sind aus Muschelschalen natürlich gearbeitet und weisen den typischen Schimmer,

wie man ihn von Perlen bzw. von Perlmutt kennt, auf.

 

 

Bewertung und Klassifikation von Perlenschmuck

 

 

Perlengröße

 

Die Größe wird durch den geringsten Perlendurchmesser bestimmt.

Ein Fischer auf den Philippinen hat 2006 eine 34 Kilogramm schwere Perle an der Küste der Insel Palawan gefunden und zehn Jahre lang als Glücksbringer unter seinem Bett versteckt – ihr Wert: 80 Millionen Euro! Die Perle ist 70 cm lang und 30 cm breit und gilt als größte Perle der Welt.

 

Perlenform

 

Die Perle ist ein Naturprodukt. Folglich treten viele unterschiedliche Perlenformen auf.

Letzten Endes entscheidet der Geschmack.

Perlen werden wegen der Klassifikation in genormte Formen eingeteilt.

 

Diese reichen von „halb-rund“ (leicht deformierte Rundperle) über „semi-barock“

(gleichmäßig geformt, wie oval, tropfen- oder birnenförmig) bis zu „kreisförmig“,

die über mehr als einem Drittel ihrer Oberfläche Rillen aufweist.

Die seltenste und daher kostspieligste Form ist die gleichmäßig-runde.

 

Perlenfarbe

 

Die Farbpalette der Perlenfarben reicht von weiß bis schwarz, in Nuancen von hellem weiß

über rosa, weiß-gold bis blau-schwarz.

Die durch die Kristalle auf der Perlenoberfläche hervorgerufene Lichtbrechung verursacht

entsprechende Farbnuancen und Schimmer, den sogenannten Lüster.

Die teuerste Perle der Welt hat einen Durchmesser von bis zu zwei cm und schimmert

nicht weiß, sondern golden. Die goldenen Perlen gehören zu den teuersten der Welt.

 

Perlenglanz

 

Kristalle auf der Perlenoberfläche rufen die Lichtbrechung hervor, die für die Perlenfarbe

verantwortlich ist. Die Art der Kristalle, also die Fähigkeit und somit das Wie das einfallende

Licht reflektiert wird, bewirkt den Glanz.

In der höchsten Stufe ist die Lichtreflektion vergleichbar einem Spiegel, in der niedrigsten

eine matte Glanzlosigkeit.

Auch hier entscheidet der Geschmack.

 

Perlenreinheit

 

Die Perle ist ein Naturprodukt. Folglich treten viele unterschiedliche Stufen der Perlenreinheit auf.

Darunter versteht man die Beschaffenheit der Oberfläche. Ist diese befleckt, angekratzt,

weist die Perle Spots (kleine „Beulen“) auf, sind maßgebliche Fragen für die Preisbestimmung.

Ganz reine bzw. makellose Perlen sind Ausnahmen und daher selten.

Letzten Endes entscheidet auch hier der Geschmack.

 

Die Perle und die Stärke des Perlmutts

 

Die Dauer und die Qualität des Wachstums, somit die Wasserqualität und Wassertemperatur

(Nährstoffe) entscheiden über die Stärke des Perlmutts. Je stärker diese ist, desto resistenter

 bzw. langlebiger ist ihr Perlenschmuck.